175
„Aber,“ fragte er,„ſind Sie gewiß, daß es das gelbe Fieber iſt?“
„Ich hoffe noch, daß es eine Magenentzündung iſt,“ antwortete der Doctor;„die erſten Symptome ſind dieſelben.“
„Und von einer Magenentzündung könnten Sie ihn curiren?“
„Ich hätte wenigſtens mehr Hoffnung.“
„O mein Gott, mein Gott!“ rief der Chevalier, indem er in Thränen ausbrach.
Der junge Arzt betrachtete dieſen Mann, der wie ein Weib laut ſchluchzte und weinte.
„Der Capitän iſt alſo ein Verwandter von Ih⸗ nen?“ fragte er.
„Er iſt weit mehr als ein Verwandter,“ ſagte Dieudonné,„er iſt ein Freund.“
„Mein Herr,“ ſagte der Doctor, gerührt von dieſem großen Schmerz, indem er Dieudonné die Hand reichte,„vom Augenblick an, wo Sie ſich an mich gewandt haben, können Sie überzeugt ſein, daß es Ihrem Freund nicht an Pflege fehlen wird. In Frankreich ſind die Franzoſen nur Landsleute für einander; in der Fremde ſind ſie Brüder.“
„O mein Gott, mein Gott! Warum mußte er auch auf dieſes Schiff gehen? warum hat er mich nicht hingeſchickt? Wenn er mich geſchickt hätte, ſo wäre ich jetzt krank und nicht er; ich würde ſterben und nicht Dumesnil.“
Der Doctor betrachtete mit einer gewiſſen Be⸗ wunderung dieſen Mann, der ſo einfach Gott ſein deben darbot, um den Mann zu retten, den er iebte.


