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an die Knie im Waſſer, eine Pflanze pflückend, die man Flußpoleon nennt.
„Ah, Doctor,“ rief er ihm zu,„ich ſuchte Sie.“
Der Doctor grüßte den Chevalier und ging von Neuem an ſein Geſchäft wie ein Menſch, welcher begreift, daß man Auſſchlüſſe von ihm verlangen wird, während er doch fühlt, daß er keine ſehr aus⸗ gezeichneten zu geben vermag.
„Sie kennen alſo den Capitän Dumesnil?“ drängte der Chevalier.
„Ich habe ihn geſtern zum erſten Mal am Bord des Dauphin geſehen,“ antwortete der Doctor.
„Am Bord des Dauphin? und was wollte er am Bord des Dauphin thun?“
„Er kam um zu ſehen, ob wir keine Nachrichten aus Frankreich hätten, und er beſtand ſo feſt dar⸗ auf mit einem unſerer Paſſagiere zu ſprechen, daß er, obſchon wir ihm ſagten, das gelbe Fieber ſei am Bord, durchaus heraufzukommen verlangte.“
Bei dieſen Worten des jungen Doctors wurde dem Chevalier Alles klar.
„Das gelbe Fieber!“ rief er.„Dumesnil hat alſo das gelbe Fieber?“
„Ich fürchte es,“ antwortete der junge Mann.
„Aber am gelben Fieber ſtirbt man,“ ſtammelte Dieudonné, am ganzen Leibe ſchaudernd.
„Wenn Sie die Mutter, die Schweſter oder der Sohn des Capitäns wären, ſo würde ich Ihnen antworten: zuweilen! Sie ſind aber ein Mann, Sie ſind blos ein Freund, deßwegen antworte ich Ihnen: beinahe immer!“ 3
Der Chevalier ſtieß einen Schrei aus.


