Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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gehoben und ihr flammender Athem hatte die Lip⸗ pen des Chevalier gebrannt.

Sie ſchlief noch immer.

Der Chevalier machte auf die zarteſte Weiſe den um ſeine Schulter geſchlungenen Arm des jungen Mädchens los, rückte mit der größten Be⸗ hutſamkeit von der Welt von ihr weg und richtete ſich mühſam auf ſeine Füße auf: dann aber, als er einmal auf ſeinen Beinen ſtand, begann er Ferſengeld zu geben, ohne ſelbſt zu wiſſen wohin er rannte, und ließ ſeinen Rock zurück, den er als Kopfkiſſen für ſich niedergelegt hatte und den für den Augenblick Mahaouni als ſolches benützte.

Der Chevalier entfloh gegen das Meer zu und machte erſt Halt, als dieſes ihm ſein Weiterrennen verwehrte.

Es war ungefähr ein Uhr Nachmittags, d. h. die Sonne ſtand an ihrem Zenith, ſie verſengte den Fünmel und in Folge der Rückwirkung auch die

rde.

Der Chevalier bedachte, welchen ſüßen Genuß, welche liebliche Wolluſt die Schwimmer empfinden müſſen, die gleich den Fiſchen oder den taitiſchen Weibern zwiſchen zwei Waſſern hingleiten können. Erſt jetzt bedauerte er beinahe ſchmerzlich, daß er dieſen unerläßlichen Theil der Erziehung eines Man⸗ nes nicht ſtudirt hatte.

Aber ohne das Schwimmen zu verſtehen, konnte er ſich nichtsdeſtoweniger an der Friſche des Waſ⸗ ſers erlaben; er hatte in den Krümmungen des Ufers natürliche Grotten bemerkt, wo das Meer eine Art von Badwannen bildete.