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Und dennoch war es augenſcheinlich, daß die egyptiſchen Ungeheuer— die Sanftheit ihrer Blicke und das Wallen ihrer Buſen bewies es deutlich — keine ſchlimmen Abſichten mit dem Chevalier hatten.
Im Gegentheil.
Aber der Chevalier ſchien das Wohlwollen der Ungeheuer mehr zu fürchten als ihren Haß.
Er beſann ſich, wohin und wie er fliehen ſollte.
Dieß war nichts Leichtes; die giedeſtale hatten ſich, wie von einer großen Maſchine getrieben, in Bewegung geſetzt, und er war vollſtändig einge⸗ ſchloſſen.
In dieſem Augenblick ſchien es dem Chevalier, als ob ſich in ſeiner Nähe eine Wolke in Geſtalt jener Glorienwagen bildete, auf welchen im Theater die ſchlafenden Prinzeſinnen herabkommen. Dieſe Wolke ſchien nur darauf zu warten, bis der Che⸗ valier ſich in ihr niederlegte, um dann die Erde zu verlaſſen.
Und da die Augen der Ungeheuer immer zärt⸗ licher wurden, da ihre Buſen immer ſtärker wallten, ihre Klauen beinahe ſeinen Rockkragen berührten, ſo bedachte ſich der Chevalier nicht länger: er legte ſich auf ſeine Wolke und entfloh mit ihr.
Aber jetzt ſchien es dem armen Dieudonné, als ob die Wolke ſich belebte, als ob ihre Flocken nichts Anderes als ein Gaskleid wären; als ob der feſte Theil auf welchem er lag ein Körper wäre, als ob dieſer Körper, welcher gleich dem der Iris, der Botin der Götter, den Raum durchſchritt, einem ſchönen jungen Mädchen mit runden Gliedern,


