Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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um wie in einem Salon etwa dreißig ganz nackte Mädchen.

Da der Bach kaum zwei Fuß Waſſer hatte, ſo befanden ſich die Sitzenden nur mit dem untern Theil des Körpers in dieſem Waſſer, welches ſo klar war, daß es nicht einmal die Dienſte eines Schleiers vertrat, während die Liegenden blos ihre Köpfe außerhalb des Waſſers hatten.

Alle hatten ihre Haare aufgelöſt, Alle ſogen wollüſtig die Morgenluft ein, indem ſie ſich Kränze, Ohrgehänge und Halsbänder von Blumen machten.

Die Seeroſen, die chineſiſchen Roſen und die Gardanien wurden zum Behuf dieſer Toilette ſtark in Contribution geſetzt.

Wie wenn dieſe wunderbaren Geſchöpfe begrif⸗ fen, daß ſie ſelbſt weiter Nichts als lebendige Blu⸗ men ſind, gilt ihre größte Sympathie den Blumen, ihren lebloſen Schweſtern; auf Blumen geboren, leben ſie mitten unter Blumen und werden unter Blumen begraben.

Und während ſie dieſe Kronen auf ihre Köpfe ſetzten und dieſe Halsbänder um ihre Hälſe ſchlan⸗ gen, dieſe Blumen an ihre Ohren hingen, war dieß ein Geplapper und ein Geſchwatze, als ob ein Schwarm Waſſervögel ſich auf einen See niederge⸗ laſſen hätte und um die Wette zwitſcherte. „Lieber Freund,“ ſagte der Chevalier mit dem Finger auf eines der Mädchen deutend,„da iſt ſie.“

„Wer?“ fragte der Capitän.

Der Chevalier erröthete; er hatte die ſchöne Schläferin von der vergangenen Nacht, die reizende Wirthin vom Morgen erkannt; er vergaß, daß er