Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Dann ſchien es dem Verwundeten, als ob er in ſeinem Wahnſinn einer ſeltſamen Scene anwohnte; dieſe Scene fiel zwiſchen ſeinem Freund und ſeiner Frau vor. Nach dem was er hörte oder vielmehr zu hören glaubte, täuſchte ihn auch der Capitän. Nur verfluchte der Capitän die Frau, die ihn zu Etwas veranlaßt hatte was er jetzt als ein Ver⸗ brechen betrachtete, und bedeutete ihr, daß er dieſes Verbrechen dadurch zu ſühnen ſuchen würde, daß er ſich mit Leib und Seele ſeinem Opfer weihe.

Mathilde lag vor ſeinem Bett auf den Knien; ſie hielt, drückte, küßte ſeine Hände, bat bald Du⸗ mesnil, bald ihn um Verzeihung, geſtand ihren Fehler ebenfalls ein und ſchwur ihn ihrerſeits durch ein Leben ſtrenger Pönitenz zu ſühnen.

Dann erloſch das Gemurmel der Stimmen in dem dumpfen Brauſen, welches das Blut in den Ohren macht, wenn es ſich wie ein ſtürmiſcher Ca⸗ taract nach dem Herzen drängt, und der Chevalier de la Graverie verlor das Bewußtſein vollſtändig.

ls er wieder erwachte, fühlte er, daß ſein Bein zwiſchen Schindeln war. Er befand ſich

wieder im Zimmer des Capitäns, und beim

Schein der Lampe, die auf ſeinem Nachttiſchchen

brannte, erkannte er dieſen letztern, der am Fuße ſeines Bettes ſaß.

„Und Mathilde,“ fragte er, nachdem er im gan⸗ zen Zimmer umhergeſchaut hatte,„wo iſt ſie?“

Bei dieſer Frage fuhr der Capitän von ſeinem Stuhle auf.

„Mathilde! Mathilde!“ ſtammelte er;„warum fragſt Du nach Mathilde?“ 3