115
IX. Ein gebrochenes Herz.
An der Hausthüre kam es beinahe zu einem Streit zwiſchen dem Chevalier und ſeinem Freund.
Der Chevalier wollte ſich links wenden, der Capitän verſuchte ihn rechts fortzuziehen.
Dieudonné wollte um jeden Preis in ſein Hotel zurückkehren, Mathilde ihren Verrath vorwerfen, ihr ein letztes Lebewohl ſagen.
Der Capitän dagegen hatte in ſeines Freundes und in ſeinem eigenen Intereſſe vortreffliche Gründe, um ſich dieſer Beſprechung zu widerſezen.
Er bot daher alle ſeine Beredſamkeit auf, um Dieudonné von ſeinem Plan abzubringen; aber nur mit großer Mühe brachte er es ſoweit, daß der Chevalier de la Graverie, ſtatt in ſein Hotel zu gehen, ſich dazu verſtand auf einige Tage ſeine (des Capitäns) beſcheidene Wohnung zu beziehen.
Sobald der Capitän ihn in ſeinem Stübchen hatte, zog er ſeine Uniform aus, kleidete ſich ſchwarz und traf ſeine Anſtalten um auszugehen.
Der arme Chevalier war dermaßen in ſeinen Schmerz verſunken, daß er die Abſicht ſeines Freun⸗ des erſt in dem Augenblick bemerkte, wo dieſer die Thüre öffnete.
Er ſtreckte die Hände gegen ihn aus, wie ein Kind gethan hätte.
„Dumesnil,“ ſagte er,„Du willſt mich allein laſſen?“
„Armer Freund,“ antwortete der Capitän,„haſt 8


