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Sie Ihren Schwur halten, daß ich Ihnen nicht ſage, was ich zu thun gedenke, wenn Sie ihn nicht halten.“
Und der Capitän gab dem Baron Mathildens Brief an Herrn von Pontfarcy zurück.
Dann trat er auf den noch immer daliegenden Chevader zu und ſagte zu ihm:
„Komm Dieudonné, richte Dich auf und ſtütze Dich auf meine Bruſt; wir ſind Männer.“
„O Dank, Dank,“ ſagte der Chevalier, indem er ſich mühſam aufrichtete und dem Capitän in die Arme ſank;„Du wirſt mich nicht verlaſſen, Du?“
„Nein, nein,“ murmelte der Capitän, indem er ſeinen Freund liebkoſte, wie er ein Kind gelieb⸗ koſt hätte.
„Oh, ſiehſt Du,“ fuhr der Chevalier unter lau⸗ tem Schluchzen fort,„ich fürchte ein Narr zu wer⸗ den, ſo ſehr erſchrecke ich vor der Zukunft, die ſich vor mir öffnet, ſo feſt bin ich überzeugt, daß die Vergleichung der Vergangenheit mit der Gegenwart mir das Leben verhaßt machen wird.“
„Wohlan,“ ſagte der Baron,„faſſe Muth! Die beſte Frau iſt nicht die Hälfte der Thränen werth, die Du ſeit einer Viertelſtunde vergießeſt, um wie viel weniger alſo eine ſchlechte Dirne!“
„Oh, Ihr wißt nicht, Ihr wißt nicht,“ ſchluchzte der arme Dieudonné,„was dieſe Frau mir war! Ihr habt Salons, Ihr habt den Hof, Ihr habt den Chrgeiz, der Euch beſchäftigt, Ihr habt die Ehren, denen Ihr nachjaget, Ihr habt die Vergnügungen, die neben dem Geſchwatze der beiden Kammern allen Platz in Euren Herzen ausfüllen; Ihr habt die


