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Pontfarcy ſchrieb, dürfte Ihnen vollkommen genü⸗ gen, um ſogar auf gerichtlichem Wege Ihren Wunſch zu erreichen.“
„So geben Sie mir ihn zurück.“
Dumesnil überlegte einen Augenblick.
Dann ſagte er:
„Ich will es thun; aber ich knüpfe eine Be⸗ dingung daran.“
„Eine Bedingung?“
„Oh, Sie können darauf eingehen oder nicht, mein Herr,“ ſagte der Capitän, indem er ungedul⸗ dig mit dem Fuß ſtampfte,„alſo ſputen wir uns. Ihr Wort oder ich zerreiße dieſen Brief.“
„Indeſſen, mein Herr!“
Der Capitän machte Miene den Brief zu zer⸗ reißen.
„Mein Herr, auf Edelmannsparole...“
„Auf Edelmannsparole!“ murmelte Dumesnil im Tone ſouveräner Verachtung;„nun wohl ja, auf Ihre Edelmannsparole, da man, wie es ſcheint, noch Edelmann iſt, wenn man ſolche Dinge thut. Schwören Sie mir, Ihrem Bruder niemals zu ſa⸗ een, daß er von den beiden Männern, die er ſeine
GFreunde nannte, zu gleicher Zeit hintergangen wor⸗ den iſt; ſchwören Sie mir, mit einem Wort, daß Sie der Sühnung, der ich den Reſt meines Lebens zu widmen gedenke, Nichts in den Weg legen werden.“
„Ich ſchwöre es Ihnen, mein Herr,“ ſagte der Baron, indem er den koſtbaren Brief mit den Augen verſchlang.
„Vortrefflich. Und ich rechne ſo feſt darauf, daß


