Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

109

Der Baron machte eine Bewegung, um zu ſei⸗ nem Bruder vorzutreten.

Dieſe Bewegung beſtimmte den Capitän.

Er ergriff den Arm des ältern Bruders mit ſolcher Kraft, daß dieſer vor Schmerz zuckte, und ſagte halblaut, ihm das Weiß ſeiner Augen zeigend, in gebieteriſchem Tone zu ihm: 1

Kein Wort mehr, mein Herr! Dieß iſt das erſte Mal, daß ein ſolcher Fehltritt einiges Be⸗ dauern bei mir zurückläßt; dieſen aber bedaure ich ſo ſchmerzlich, daß ich wahrhaftig nicht weiß, ob mein ganzes Leben genügen wird, um ihn zu ſüh⸗ nen. Ich werde es indeß verſuchen, mein Herr, und zwar indem ich mich ganz Ihrem Bruder widme und ihm die zärtliche Pflege zukommen laſſe, ohne die er nicht mehr leben kann. Schweigen Sie alſo, mein Herr; es ſteht weder in Ihrer noch in meiner Macht das Geſchehene ungeſchehen zu machen, aber zerreißen Sie dieſes arme Herz nicht noch mehr.

Ich werde jedes Mittel anwenden, mein Herr, verſetzte der Baron in ärgerlichem Ton,um mei⸗

nen Bruder zu veranlaſſen, daß er eine Frau lun

jagt, die ihn entehrt, und daß er ein Kind verſtößt welches ein Vermögen ſtehlen ſoll, das Andern gehört. Oh, ſagen Sie vielmehr, daß es Ihnen gehöre, das wäre offener und dann wäre Ihr Benehmen vielleicht vom Geſichtspunkt des Egoismus aus ent⸗ ſchuldbar, antwortete der Capitän, indem er einen

verachtungsvollen Blick auf den Baron warf,aber der Brief, den Frau de la Graverie an Herrn von