Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Beim Blute Gottes, ſagte er,er ſoll ihren Brief nicht leſen, Herr Baron.

Dann richtete er ſich auf, ſchnallte ſeine Säbel⸗ kuppel um ein Loch feſter, zog Herrn de la Gra⸗ verie den ältern in eine Ecke des Zimmers und ſagte zu ihm:

Ich laſſe mir Ihre Vorwürfe gefallen, Herr Baron, und nehme alle Folgen auf mich; aber ich werde nicht zugeben, daß man das Glück Ihres armen Bruders zerſtöre; es gibt Leute, denen es ein Bedürfniß iſt zu ſchwärmen, um zu leben, be⸗ denken Sie das wohl.

Dann fügte er leiſer hinzu:

Ums Himmelswillen, mein Herr, tödten Sie das arme Lamm nicht, denn er iſt wahrlich der beit Kerl, den der Himmel je der Erde geſchenkt at.

Nein, mein Herr, nein, antwortete der Baron mit geſteigerter Stimme,nein, die Ehrenfragen be⸗ herrſchen in unſerer Familie alle andern.

Ah bah! ſagte der Capitän, indem er die Sache ins Scherzhafte ziehen zu wollen ſchien,es i*ſt nicht viel Ehre dabei im Spiel, wenn ein Che⸗ mann beleidigt wird, das müſſen Sie ſelbſt zugeben: bleibt das Ding verſchwiegen, ſo iſt die Ehre ge⸗ rettet, kommt es heraus, ſo iſt ſie kaum gereizt.

Aber, mein Herr, es iſt da ein Schuldiger, deſſen Strafloſigkeit man nicht befördern darf.

Der Capitän ergriff das Handgelenke des Barons.

Und wer zum Teufel bittet Sie denn um

Gnade? ſagte er mit einem flammenden Blick.