103
wahrhaftig ſchmerzlicher als Das was Sie mir mittheilen werden.“
„Nun, ſo begleiten Sie mich in mein Hotel,“ ſagte der Baron.
Und nun gingen die beiden Freunde an ſeiner Seite die Champs Elyſées hinab, von da über die Concordebrücke und die Rue de Bourgogne nach der Rue de Varennes, wo der Baron wohnte.
Alle drei waren dermaßen von ihren eigenen Betrachtungen in Anſpruch genommen, daß auf die⸗ ſem langen Weg Keiner ein Wörtchen ſprach.
Die Angſt des armen Dieudonné verdoppelte ſich, als ſein älterer Bruder ſie in das abgelegenſte Zimmer ſeiner Wohnung führte und die Thüre ſorgfältig verſchloß.
Nach dieſen Vorſichtsmaßregeln, wodurch das Geheimniß der Conferenz geſichert werden ſollte, zog der Baron feierlich einen Brief aus ſeiner Ta⸗ ſche und überreichte ihn mit der rechten Hand ſei⸗ nem jüngern Bruder, während er ihm mit der lin⸗ ken die Hand drückte und im Tone innigen Mitge⸗ fühls flüſterte:
„Armer Bruder! armer Bruder! unglücklicher Chevalier!“
Dieſe Einleitung war ſo unheimlich, daß Dieu⸗ donné Bedenken trug das Papier zu nehmen.
Dieſe Sekunde des Bedenkens genügte Dumes⸗ nil, um ſeine Augen auf den Brief zu werfen und die feine zarte Handſchrift zu erkennen. Ehe der Chevalier einen Entſchluß gefaßt hatte, ergriff der Grenadier⸗Capitän den Brief.


