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genommen, es iſt alſo das Wenigſte, daß Sie auch Ihren Theil von meinem Verdruß auf ſich nehmen.“
„In der That,“ ſagte der Baron,„ich weiß wahrhaftig nicht, warum ich den Herrn Capitän nicht ebenfalls in eine Sache einweihen ſoll, bei welcher er ſo gut ſeine Rolle hat wie Sie.“
Dumesnil richtete ſeinen Kopf empor, wie ein Sah achtruß beim Trompetengetöne und erröthete eicht.
„Der Teufel hole den alten Luftſpringer, der uns den Tag verdorben hat,“ flüſterte er Dieu⸗ donné ins Ohr.
Dann ſagte er laut und in einem Ton, der zu⸗ gleich etwas Bittendes und Drohendes hatte:
„Der Herr Baron hat ohne Zweifel wohl über⸗ legt, was er thun will; gleichwohl möchte ich mir erlauben ihm zu bemerken, daß ſolche Mittheilungen zuweilen eben ſo gefährlich für den Ueberbringer als ſchmerzlich für den Empfänger ſind.“
„Mein Herr,“ antwortete der Baron trocken, „ich weiß, wozu meine Pflichten als Haupt der Fa⸗ milie de la Graverie mich verbinden, und mir allein ſteht ein Urtheil über das zu, was meine Ehre ge⸗ bietet.“
„Was bedeutet alles das, mein Gott,“ murmelte der arme Chevalier, den Kopf ſchüttelnd.„Du⸗ mesnil ſcheint über das was mein Bruder mir ſagen will vollkommen unterrichtet zu ſein, und doch hat er mir Nichts geſagt. Wohlan, mein lieber Baron, rücken Sie ſogleich mit der Sprache heraus; die Beſtürzung, worein Sie mich verſetzt haben, iſt


