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einher und hatte ſeinen Hut ſo tief über die Augen hereingedrückt, daß ſie ihn berührten, ohne ihn zu erkennen.
Der Baron aber, als er ſich angeſtoßen fühlte, richtete ſein Haupt empor und erkannte ſie.
„Gottes Tod! Es freut mich Sie zu treffen, Chevalier,“ ſagte der ältere Bruder, indem er den jüngeren beim Arm faßte.
„Ei wirklich?“ verſetzte dieſer mit einer Schmer⸗ zensgrimaſſe, ſo feſt hatte der Baron ihn gedrückt.
„Ja, ich wollte eben zu Ihnen gehen.“
Dumesnil ſchüttelte den Kopf; er witterte Unrath.
Der Chevalier jedoch fand ſchnell ſeine heitere Laune wieder und ſagte:
„Wie ſeltſam ſich das trifft! So eben ſagte ich zu Dumesnil: Ich muß ſogleich zu meinem Bruder gehen, um ihm dieſe glückliche Nachricht mitzutheilen.“
„Dieſe glückliche Nachricht?...“ wiederholte der Baron mit einem trübſeligen Lächeln.„Ah! Sie hahen nir eine glückliche Nachricht mitzutheilen?“
„Ja.“
„Nun, dann wird der Tauſch nicht zu Ihrem Vortheil ausfallen; denn ich meinerſeits habe Ihnen eine ſehr unangenehme Botſchaft zu hinterbringen.“ Ein ſo feiner Beobachter wie Dumesnil konnte leicht ſehen, daß dieſe Nachricht, die dem Chevalier ſo unangenehm ſein ſollte, dem Baron große Freude machte.
Der Chevalier ſchauderte, und da er ſeinen Arm in den des Capitäns geſteckt hatte, ſo ſchauderte auch dieſer, mehr aus Mitgefühl als aus banger Ahnung.


