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bund beinahe gar nichts Böſes zu ſagen. Die junge Deutſche erſchien ſo aufrichtig; es lag ſelbſt in ihrem compromittirendſten Benehmen gegen die beiden Offiziere eine ſolche Naivetät; ihr ganzes Weſen war von ſo vollendetér Natürlichkeit, daß man ſicherlich der ſchwarzherzigſten Bosheit ange⸗ klagt worden wäre, wenn man es gewagt hätte ſich auch nur die geringſte Verdächtigung zu er⸗ lauben.
Der Baron de la Graverie war der Engel mit dem flammenden Schwert, der die drei Seligen aus ihrem Paradieſe vertrieb.
Eines Nachmittags war Mathilde etwas unwohl; Herr von Pontfarcy— ſo hieß der Huſarenlieu⸗ tenant— hatte zufällig Dienſt; der Chevalier de la Graverie endlich und ſein Freund, der Grenadier⸗ capitän, ſpazierten allein in den Champs Elyſees.
Obſchon das gewöhnliche Quartett bedeutend ge⸗ ſchwächt war, befand ſich doch Herr de la Graverie in der roſigſten Laune; ſein Gang hatte beinahe etwas Hüpfendes, und zwar trotz einer Beleibtheit, die für ſein Alter ſehr reſpectabel geworden war. Beim unbedeutendſten Vorkommniß lachte er laut auf und rieb ſich unaufhörlich voll Vergnügen die Hände, während der Capitän Dumesnil, den heili⸗ gen Geſetzen der Freundſchaft gemäß, ſich nicht min⸗ der luſtig geberdete.
Da trat ihnen ein Mann in den Weg, der mit dem Schickſal juſt nicht ſo ungemein zufrieden ſchien, wie die beiden Freunde.
Dieſer Mann war der Baron de la Graverie.
Er ſchritt mit ſo kummervoller, düſterer Miene
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