Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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der Herr, der Freund des Herrn und der Schütz⸗ ling von Madame mit den gleichen Privilegien figurirten, alle drei ſehr elegant und ſehr loyal bedacht wurden, ſo daß Jeder mit ſcrupulöſer Ge⸗ nauigkeit das in Empfang nahm, was ihm an lächelnden Mienen, freundlichen Dankſagungen und erkenntlichen Augenwürfen zukam; ſo daß an Jeden nach der Reihe das Recht kam der hübſchen Ma⸗ thilde den Arm anzubieten oder als Entſchädigung dafür ihren Shawl, ihren Fächer oder ihr Bouquet zu tragen.

Die austheilende Gerechtigkeit der Frau de la Graverie war ſo vollendet, daß ſie nicht ein einziges Mal Eiferſucht oder Unzufriedenheit erregte.

Aber der Zufriedenſte in dem männlichen Trio, der Dankbarſte, nicht blos gegen Mathilde, ſondern auch gegen die beiden Andern, war unſtreitig Dieu⸗ donné, der ſich vor Wonne kaum zu faſſen wußte, wenn er bedachte, daß er zwei Ventile gefunden hatte, durch welche er den Ueberfluß ſeiner Zärt⸗ lichkeit ergießen konnte, die in den Tagen ſeiner Vereinſamung aus ſeinem Herzen überſtrömte.

Aber wie ſtellte es Frau de la Graverie an, um dieſen gleichmäßig guten Humor und dieſe Selbſtverleugnung an ihrem kleinen Hofe im Gang zu erhalten?.

Dieß iſt, geſtehen wirs aufrichtig, eines jener Frauengeheimniſſe, in welche wir trotz unſerer unaufhörlichen und wiederholten Studien auf die⸗ ſem Gebiet noch nicht eingedrungen ſind.

Und was das Außerordentlichſte von Allem iſt, die Welt wußte über dieſen ſeltſamen Freundſchafts⸗