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ſchen Frau ſein kann. Von dem glückſeligen Tage an, wo der Huſarenlieutenant und der Grenadier⸗ Capitän ſich am Herde des Chevalier de la Graverie niederſetzten, trat eine merkliche Beſſerung im Zu⸗ ſtand der Gebieterin des Hauſes ein. Die Bläſſe, die für Augenblicke ihren Teint verdunkelt hatte, verging; der bläuliche Ring, der den Glanz ihrer Augen ſchwächte, verſchwand; ſie wurde wieder heiter und würzte ihre ehelichen Zuvorkommenheiten mit lächelnden Mienen, die ihren Zauber und Werth verdoppelten.
Der unwillkührliche, aber ſichtbare Erfolg, wel⸗ chen die beiden unfreiwilligen Aerzte errungen hat⸗ ten, feſſelte ſie im höchſten Grad an die ſchöne Pa⸗ tientin. Sie wichen nicht mehr von ihrer Seite und noch waren keine vierzehn Tage verſtrichen, ſo waren ſie nicht blos gewöhnliche, ſondern tägliche Tiſchgäſte im Hotel de la Graverie geworden. Man fand ſie unaufhörlich auf den Promenaden und öffentlichen Plätzen zuſammen; ſie erſchienen mit⸗ einander bei den Bällen und in den Theatern;
ſobald man Frau de la Graverie erſcheinen ſah,
konnte man darauf wetten, daß hinter ihr Herr de la Graverie kam und hinter dem Chevalier die bei⸗ den Cavalieri servienti.
Es war dieß vielleicht der außerordentlichſte, aber auch angenehmſte Haushalt.
Es war kein gewöhnlicher Haushalt zu zwei; auch keiner zu drei Perſonen, wie man ſie in Ita⸗ lien auf jedem Schritt und Tritt findet. Nein, es war ein Haushalt zu vier Perſonen, bei welchem
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