Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Eines Tags machte er dort Bekanntſchaft mit einem Capitän der Grenadiere zu Pferd, der ihm kraft des Geſetzes der Contraſte gleich bei der erſten Beſprechung gefiel.

Der Capitän war weit älter als Herr de la Graverie, der um dieſe Zeit in ſein fünf⸗ oder ſechs⸗ undzwanzigſtes Jahr ging: kaum einige Monate trennten dieſen Offizier von dem Tag, wo eine mi⸗ niſterielle Ordonnanz ſeinen Rücktritt aus dem Dienſt ankündigen konnte.

Seine Haare waren grau, und einige vorzeitige Runzeln furchten ſeine Stirne. Aber an Geiſt, an Herz und Charakter war Herr Dumesnil ſo hieß der Capitän immer noch ein Zwanziger; ja, es gab vielleicht bei der ganzen Garde keinen Unter⸗ lieutenant, der es in Bezug auf Heiterkeit, Friſche und Leichtſinn mit ihm aufnehmen konnte.

In all den Leibesübungen, welche Herr de la Graverie oder vielmehr die alten Stiftsdamen, die ſeine Erziehung geleitet, ſo ſehr vernachläßigt hatten, zeichnete ſich Capitän Dumesnil im höchſten Grade aus.

Sein Muth war ſprichwörtlich in der ganzen Armee.

Dieſe Eigenſchaften machten auf den Chevalier eben darum, weil er ſie ſelbſt nicht beſaß, einen jehr tiefen Eindruck; er dachte ſogleich, daß ein ſolcher Freund für ein etwas trauriges Hausweſen

wie das ſeinige ein ſehr koſtbarer Fund wäre; er hoffte, derſelbe würde Mathilde, die im téte⸗-A-téte immer weniger mittheilſam wurde, zerſtreuen; er berechnete, daß die gute Laune, die ſich bei ſeiner

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