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ihrem Geſicht emporhob und hinter der Leinwand gähnte.
Am Morgen des 7. März, als Mathilde an ihrer Tapiſſerie arbeitete und der Chevalier in ſei⸗ nem Lehnſtuhl ausgeſtreckt den Moniteur las, fiel ſein Auge auf folgende
Proclamation.
„Wir hatten am 31. Dezember vorigen Jahrs die Kammern vertagt, um ihre Sitzungen am 1. Mai wieder aufzunehmen; während dieſer Zeit widmeten Wir Uns raſtlos allen Arbeiten, welche die öffent⸗ liche Ruhe und das Glück Unſerer Völker ſichern onnten...“ 3
„Das iſt ſehr wahr,“ murmelte der Chevalier, „und ich für meine Perſon habe dem König nur eine einzige Sache vorzuwerfen, nämlich ſeine täg⸗ lichen Spazierfahrten und ſeine Manie von einer Escorte begleitet ſein zu wollen.“
Dann las er weiter:
„Dieſe Ruhe iſt geſtört, dieſes Glück vielleicht gefährdet durch das Uebelwollen und den Verrath...“
„Oh, oh,“ machte der Chevalier,„hörſt Dus Mathilde?“
„Ja,“ antwortete Mathilde mit einem unter⸗ drückten Gähnen,„ich höre: durch das Uebelwollen und den Verrath; nur begreife ich nicht.“
„Ich auch nicht,“ antwortete der Chevalier, „aber wir werden bald ſehen.“
Und er fuhr fort:


