Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Der Chevalier hegte keinen andern Wunſch mehr als dieſe Ausbeutung, nur durfte ſie nicht zu Pferde bewerkſtelligt werden.

Obſchon er daher privatim ſeinen Arm aus der Schärpe gezogen hatte, obſchon er, wenn er allein war, vor dem Spiegel einem unbekannten Weſen, das wohl der Baron ſein mochte, die Fauſt zeigte; obſchon er, wenn es ſich darum handelte ſeine Frau an ſein Herz zu drücken, in ſeinem verſtauchten Arm dieſelbe Kraft fand wie in dem andern, ſo erheuchelte er doch den Beſuchern, die nach ſeinem Befinden frag⸗ ten, und den Officieren der Haustruppen gegenüber, die ſich fleißig bei ihm einfanden, einen hartnäckigen Schmerz und ſchnitt bei jeder freiwilligen oder un⸗ freiwilligen Bewegung ſeines Armes wahre Teufels⸗ grimaſſen.

So hoffte er ganz ſchlau wenigſtens über einen Escortetag hinweg zu kommen.

Demgemäß ging er nicht nur nicht aus, ſondern verließ ſogar ſein Zimmer nicht, ſtand von ſeinem Bett bloß auf, um ſich in einem großen Lehnſeſſel zu ſtrecken, und ſo fand er jene Glückſeligkeit der téte-A-téte wieder, die er für immer verloren geglaubt.

Und wirklich, während der Chevalier die Jour⸗ nale las, beſonders den Moniteur, der ſeine Lieblingslecture war, und in deſſen Friedfertigkeit er einigen Einklang mit ſeinem eigenen Character fand, ſaß Mathilde neben ihm, beſchäftigte ſich mit irgend einer Nadelarbeit und gähnte, daß ſie ſich die Kinnbacken hätte ausrenken können, verheimlichte aber dieſes unliebliche Geberdenſpiel jedesmal vor ihrem Gemahl, indem ſie ihre Tapiſſerie bis zu