Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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haben würde, hätte geſehen, daß er zum Erbarmen blaß war.

Er befand ſich in der vollſtändigen Unmöglich⸗ keit ſein Pferd zu lenken. Glücklicher Weiſe war das Pferd eben ſo gut dreſſirt, als der Herr es ſchlecht war; das Pferd lenkte den Herrn.

Das verſtändige Thier ſchien Alles zu begreifen, es ſtellte ſich von ſelbſt an ſeinen Platz und verließ ihn nicht mehr.

Man konnte nicht ſagen, daß der Sattelknopf in Anſpruch genommen wurde: die eine Hand hielt den Zügel, die andere den Säbel.

Der Chevalier ſah ſich fallen und in ſeiner ei⸗ genen Klinge ſpießen; dieß verurſachte ihm ſolche Bangigkeiten, daß ſein Körper ſich ſelbſt von ſeinem Rabe und ſeine Hand von ſeinem Körper fern ielt.

An dieſem Tag war die Fahrt ungeheuer groß: man fuhr um halb Paris herum; der König zog durch die Barriere de l'Etoile hinaus und kam über die Barriere du Trone zurück.

Ein guter Reiter wäre todmüde geworden; der Chevalier de la Graverie war gebrochen, als hätte man ihn vom Rade herabgenommen.

Obgleich man im Januar war, floß ihm doch der Schweiß von der Stirne, und ſein Hemd war naß, wie wenn man es in die Seine getaucht hätte.

Er überließ ſein Pferd ſeinem Bedienten, und ſtatt, wie es die Gewohnheit war, mit ſeinen Ca⸗ meraden im Schloß zu diniren, ſprang er in einen Fiaker und kam in einigen Secunden in die Rue de l'Univerſits Nro. 10. So kurz der Weg war,