Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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er ſich auf die Promenade und fuhr in einer großen Berline auf dem Pflaſter, beſtändig im Galopp, vier, fünf, ja bis zehn franzöſiſche Wegſtunden. Zehn Minuten vor ſechs kehrte er in die Tuilerien zurück; um ſechs dinirte er im Familienkreis, viel und mit Verſtand, denn er hatte rechtliche Anſprüche auf den Titel eines Gourmand; die kö⸗ nigliche Familie blieb bis acht Uhr beiſammen; um acht Uhr konnte Alles, was das Recht hatte ohne vorherige Audienz beim König einzutreten, Zulaſ⸗ ſung verlangen und wurde empfangen; um neun Uhr begab ſich Seine Majeſtät weg und ging in den Berathungsſaal, wo ſie die Parole für das Schloß austheilte; einige Perſonen hatten das Vorrecht in dieſem Augenblick hereinzukommen, und benützten es um dem König den Hof zu machen; dieß währte zwanzig Minuten; dann begab ſich der König in ſein Cabinet und machte ſeine Bemerkungen zu Ho⸗ raz oder las Virgil oder Racine, und um eilf Uhr legte er ſich ſchlafen.

Später als Frau du Cayla und Herr von Ca⸗ ſes in Gunſt ſtanden, kam Frau du Cayla Mitt⸗ wochs nach dem Rathe und blieb zwei oder drei

Stunden bei dem König, ohne daß Jemand herein⸗

durfte.

An Herrn von Caſes kam die Reihe Abends; er begab ſich zu gleicher Zeit mit Seiner Majeſtät ins Zimmer des Königs, blieb allein bei ihm und entfernte ſich erſt eine Viertelſtunde vor ſeinem Schlafengehen.

Mitten in dieſer langen Reihenfolge kleiner Pflichten, die der König ſich auferlegt hatte und