Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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70 Theorie entwickelte, ſo war es doch ſeinen runden und zugleich ſteifen Gliedern unmöglich ſich den Bewegungen ſeines Pferdes anzuſchmiegen.

Sein Bruder hatte es für ihn gewählt, und ob⸗ gleich der Chevalier ein ſehr frommes Thier ver⸗ langt hatte, ſo beſaß er doch jetzt ein tadelloſes Renn⸗ und Schlachtpferd voll Blut und Feuer.

Der Chevalier hatte ein möglichſt niederes Thier gewünſcht; aber für die Pferde der königlichen Haustruppen, Musketiere, Garden oder Chevaule⸗ gers war eine beſtimmte Höhe vorgeſchrieben, ohne welche keines zugelaſſen wurde.

Nun bekam der Chevalier ſchon, wenn er von einer unbeweglichen Freitreppe herabſchaute, Schwin⸗ delanfälle, wie viel mehr alſo, wenn er ſich im Sattel eines lebhaften und kräftigen Pferdes befand?

Auf ſeinem Bayardſo hatte der Baron das Pferd ſeines Bruders zu taufen beliebt in Erinne⸗ rung an die vier Haimonskinder auf ſeinem Bayard ungefähr mit derſelben Feſtigkeit und Grazie ſitzend, wie ein Mehlſack auf dem Rücken eines Maunleſels, behauptete ſich der Chevalier die meiſte Zeit nur durch ein Wunder von Gleichgewicht, und in ſchwie⸗ rigen Fällen durch die wohlwollende Beihilfe ſeiner Kameraden zur Rechten und zur Linken.

Wenn unerwartet Halt commandirt wurde, hätte et ohne das reſpectable Gewicht ſeines Individunms zwanzigmal die Linie durchbrochen und wäre über den Kopf ſeines Thieres hinausgeſchoſſen.

Zum Glück für den Chevalier wurden ſeine Ka⸗

meraden durch ſeine Sanftmuth, ſein verbindliches

Weſen und ſeine Demuth gerührt; ſie hätten ſich