Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Hand bot, um die Tanzſiguren mit ihr auszufüh⸗ ren, der Jüngling erblaßte, Mathilde aber erröthete, und daß ein nervöſer Schauer wie ein electriſches Fluidum Beiden durch den Leib fuhr. 3 Endlich konnte immer wieder dieſer ſelbe Beob⸗ achter, ohne wie früher ſeine Blicke auf der Allee haften zu laſſen, auf welcher ſonſt Beide zuſammen in den Park wandelten, bemerken, wie der Jüng⸗ ling rechts und das Mädchen links ging, und wie ſie dann, nachdem ſie einander auf den entgegen⸗ geſetzten Seiten des Gehölzes hereingehen geſehen, bei einem allerliebſten Bächlein wieder, zuſammen trafen, deſſen holdes Geplätſcher ein anbetungs⸗ würdiges Accompagnement zu dem Geſang einer Nachtigall bildete, die ihr Neſt ans Ufer gebaut hatte. Als Dieudonné ſein achtzehntes und Mathilde folglich ihr ſechzehntes Jahr erreicht hatten, ver⸗ fügte ſich der Jüngling an ſeinem Geburtstag ſelbſt ins Zimmer ſeiner Tante, machte die drei Verbeu⸗ gungen, die ſie ihn gelehrt hatte, für den Fall, daß er der Großherzogin Stephanie von Baden oder der Königin Louiſe von Preußen vorgeſtellt wurde und fragte Frau von Beauterne feierlich, wann er mit Fräulein von Florsheim ehelich verbunden werden könne. 3 Die Stiftsdame bekam eine jener Anwand⸗ lungen von Heiterkeit, welche bei ihr die gefähr⸗ liche Seite hatten, daß ſie in Folge ihrer Heftigkeit beinahe immer mit einem Stichhuſten endeten. Als ſie dann bis zu Thränen gelacht und bis zu Blut gehuſtet hatte, während Dieudonné in der dritten Stellung des Menuets ſehr ernſthaft ihrer Antwort

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