Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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tigen Freuden dieſer Luftſpiegelung die Reſignation ſchwieriger, die Hoffnung trüber, der Glaube lauer wurde, und daß manche Seufzer, die nicht aus zer⸗ knirſchten Herzen kamen, ſich in die Gebete miſch⸗ ten, die aus leidenden Herzen kamen.

Was endlich noch bedeutſamer war, ohne es im Mindeſten zu ſcheinen, die ernſten Damen entweih⸗ ten das Heiligſte und Ehrwürdigſte, was es in der Welt gibt, die Kindheit.

V.

Erſter und letzter Liebeshandel des Chevalier de la Graverie.

Als Mathilde ihr fünfzehntes und Dieudonné ſein ſiebenzehntes Jahr erreicht hatten, ſchienen dieſe ſchönen Entzückungen ſich auffallend abzukühlen.

Dieudonné brachte von ſeinen Spaziergängen weder Maßlieben noch Geißblatt mehr heim; wenn das Menuet zu Ende war, küßte er Mathilden die Hand nicht mehr, ſondern begnügte ſich einen Knix vor ihr zu machen. Auch ſah man die beiden Kin⸗ der nicht mehr allein und unſchuldsvoll im Dunkel und in dem Halbſchatten des Parkes ſich verlieren.

Nur hätte ein Beobachter ſehen können, wie Mathilde verwelkte Blumenſträuße zärtlich zu ihren Lippen führte, Blumenſträuße, die ihr, man weiß nicht woher, zukamen, und die ſie haſtig wieder in ihren Schnürleib ſteckte.

Ferner hätte dieſer ſelbe Beobachter bemerken können, daß, wenn Dieudonné dem Mähchen die