Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ſein Herz zittern machen konnten, ſo ſorgſam von ihrem Puͤppchen fern, daß ſie über alle Maßen jene nervöſe Senſibilität entwickelten, welche ſchon durch die Aufregungen, deren Gegenſtoß das Kind, wie Jacob J., im Mutterſchoß erlitten hatte, viel zu ſtärk angeregt war. 1 Eben ſo verhielt es ſich mit den phyſiſchen Stu⸗ dien, welche die Erziehung eines Edelmanns aus⸗ machen; man wollte nie erlauben, daß der junge Diendonné Reitunterricht nahm, ſo daß das Kind auf kein anderes Thier zu ſitzen kam, als auf don. Eſel des Gärtners; und überdieß wurde, wenn der Junge auf dem Eſel ritt, das Thier von einer der guten Damen geführt, die wohlwollend bei dem jungen de la Graverie daſſelbe Geſchäft beſorgte, welchem ſich Haman mit ſo großem Widerwillen bei Mardochäi unterzog. In der Stadt, wo die religiöſe Gemeinde ihren Sitz hatte, befand ſich ein vortrefflicher Fechtmeiſter, 3

und man diskutirte einen Augenblick, ob man den

jungen Dieudonné das Fechten lehren ſolle; aber fürs Erſte war dieß eine ermuͤdende Uebung, und dann ließ es ſich denn denken, daß der Chevalier de la Graverie bei ſeinem allerliebſten, ſo ſanften und anmuths⸗ vollen Charakter je einen Streit bekommen ſollte? es hätte ein Ungeheuer von Bosheit und Schlech⸗ tigkeit dazu gehört um mit ihm anzubinden, und Gott ſei Dank, die Ungeheuer ſind ſelten... Hundert Schritte vom Kloſter befand ſich ein prüchtiger Bach, deſſen Waſſer durch die mit Maß⸗

liebenr und Silberknöpfen geſchmückten Wieſen leiſe

und ſpiegelglatt dahin floß; die jungen Leute von