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ſtandhaft und ohne allzu ſtarke Kundgebungen ihres Abſcheus zu ertragen.
Sie bedeckte ihr Geſicht nicht mit ihren Händen, da dieſe Demonſtration die Aufmerkſamkeit ihrer Nachbarn auf ſich gezogen hätte, aber ſie ſchloß ihre Augen.
Ein ſchreckliches Geſchrei, das ſich wie ein Streif brennenden Pulvers vom Einen zum Andern fort⸗ pflanzte, verkündete die Ankunft der Opfer.
Bald fand ein Ablaufen der Fluth ſtatt, welches anzeigte, daß der Karren vorüberkam und ſeinen Platz einnahm.
Obſchon gedrängt, hin⸗ und hergeſtoßen, ſogar in die Höhe gehoben durch die Menge, hatte Frau de la Graverie bisher wacker Stand gehalten und nicht hingeſchaut, aber in dieſem Augenblick ſchien es ihr, als ob eine unſichtbare und beſonders un⸗ überwindliche Macht ihre Wimpern in die Höhe richtete. Sie ſchlug alſo ihre Augen auf, und nun erblickte ſie einige Schritte von ſich den Karren der Verurtheilten und auf dieſem Karren ihren Gatten.
Bei dieſem Anblick ſtürzte ſie vorwärts und ſtieß einen ſo furchtbaren Schrei aus, daß die Neugieri⸗ gen, die ſie umſtanden, ihre Reihen öffneten und auf die Seite traten, um dieſe verzweiflungsvolle, keuchende Frau mit den verſtörten Blicken durchzu⸗ laſſen; ſie drängte Diejenigen die ſie noch von dem Karren trennten mit der Allmacht zurück, welche ſelbſt das ſchwächſte Weib im Paroxismus eines bis zur Verzweiflung getriebenen Schmerzes empfindet, und indem ſie ſo zu ſagen ein Loch durch dieſe Maſſe machte, erreichte ſie den Karren.


