Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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lengluth, ohne welche es kein geröſtetes Fleiſch gibt, eine Gluth, die ſich durch gar Nichts erſetzen läßt, und ſtatt welcher moderne Oekonomiſten, die größ⸗ tentheils abſcheuliche Gaſtronomen ſind, einen Ofen von Eiſenblech einführen zu müſſen geglaubt haben. Gegenüber von dieſen Kaminen und dieſen Oefen, die wie glühende Sonnen funkelten, prangten ein Dutzend Caſſerole der Größe nach aufgeſtellt und täglich blank geſcheuert wie die Kanonen eines großen Kriegsſchiffes, von dem verzinnten Rieſenkeſſel an, wo die Confituren und die Sirope gebraut wer⸗ den, bis zu dem mikroſcopiſchen Gefäß, worin man die Kraftbrühen und andere Fineſſen der algebra⸗ iſchen Küche ausarbeitet.

Für Denjenigen, der bereits wußte, daß Herr de la Graverie allein, ohne Frau und ohne Kinder, ohne Hunde oder Katzen, ohne einen Tiſchgenoſſen irgend welcher Art, mit einem Wort ohne andere Dienerſchaft als Marianne lebte, lag in dieſem culinariſchen Arſenal eine ganze Enthüllung, und man erkannte den leckerhaften Feinſchmecker, den raffinirten Gaſtronomen, der ſich den Freuden der Tafel hingab, eben ſo leicht, wie man im Mittel⸗ alter einen Alchimiſten an den Oefen, Schmelztie⸗ geln, Retorten, Brennkolben und ausgeſtopften Ei⸗ dechſen erkannte.

Jetzt da die Küchenthüre geſchloſſen war, ſah man Folgendes im Erdgeſchoß.

Eine höchſt armſelige Hausflur ohne andere Zierde als zwei hölzerne Champignonaufſätze, dazu beſtimmt, daß der Chevalier an den einen ſeinen Hut, an den andern ſeinen Schirm aufhing, wenn