Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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benützen, der einen Mery oder Labourdonnais zum glücklichſten Sterblichen gemacht hätte.

Aeußerlich hatte das Haus jenes kalte und triſte Anſehen, das die meiſten Wohnungen unſerer alten Städte kennzeichnet; der Mörtel, womit es über⸗ worfen war, hatte ſich in breiten Platten abge⸗ ſchuppt, und der Fall ſeiner Schuppen legte die Bruchſteine des Gebäudes blos, das von Stelle zu Stelle mit an einander genagelten Latten überzogen war, was der Facade Aehnlichkeit mit einem durch eine Hautkrankheit marmorirten Geſichte gab. Die Fenſter, die ihre gräuliche Farbe verloren hatten und vor Alter ſchwarz geworden waren, beſtanden aus kleinen Scheiben, die man aus Sparſamkeit von grünem Flaſchenglas genommen hatte, was nur ein grünliches Licht in die Zimmer hereinläßt.

Wenn man noch nicht weiter als über den Hof gegangen und im Erdgeſchoß geblieben war, ſo mußte die Küchenthüre halboffen ſtehen, damit man eine leidliche Vorſtellung und einen genügenden Begriff von dem Hausherrn bekam; denn dann be⸗ merkte man Oefen von weißem Fayence, ſauber und glänzend wie der Fußboden eines holländiſchen Empfangzimmers und meiſtens bepurpurt durch die röthlichen Reflexe glühender Kohlen; neben dem Ofen ſtand ein rieſiger Feuerherd, worauf mächtige Scheite luſtig und ungeſpart wie zur Zeit unſerer Ahnen brannten, und hier wurden die Braten an einem Spieße bereitet, der ſich mittelſt jener claſſi⸗ ſchen Mechanik drehte, die auf ſo angenehme Weiſe den Tiktak einer Mühle nachahmt. Der mit Zie⸗ geln belegte Kochherd bildete das Bett für die Koh⸗