Agenor. 175
nach unſern Wünſchen geht. Don Pedro hat nicht allein das Schloß verlaſſen, ſondern er iſt todt.“
„Wie? er iſt todt?“ rief das junge Mädchen mit einem Gemiſch von Schauder und Zweifel.
„Du ſollſt Dich ſelbſt davon überzeugen,“ verſetzte Mothril mit der größten Ruhe;„ich will Dir zeigen, wie die Chriſten, welche Du ſo ſehr liebſt, ihre beſtegten und gefangenen Feinde behandeln.“
Er führte ſie hinaus auf die Plattform und zeigte ihr das offene Zelt mit dem Leichnam Don Pedro's, ſo wie auch die drei Pferde des Königs und ſeiner beiden Begleiter, welche herrenlos in der Nähe des Schloſſes umherirrten. Aiſſa ſtieß einen lauten Schrei aus und ſank faſt ohnmächtig in Mothrils Arme.
Dieſer trug ſie in ihr Zimmer zurück, kniete an dem Ruhebett nieder, auf welches er ſie legte, und ſagte dann zu ihr:
„Das Schickſal, welches Don Pedro getroffen, er⸗ wartet auch mich, mein Kind. Die Chriſten haben mir eine Capitulation anbieten laſſen und mir die Schonung meines Lebens zugeſichert; ſie hatten auch Don Pedro das Leben verſprochen, und Du ſiehſt, wie ſie ihr Wort ge⸗ halten haben! Du biſt jung und unerfahren, aber Du


