Agenor. 17
vor ihr mit der feierlichen Miene eines Trauerboten und ließ ſich dann auf ein Knie nieder.
„Sprecht, Herr Ritter,“ begann Tiphaine,„ich ahne es, daß Ihr mir traurige Nachrichten von meinem Gat⸗ ten bringt und bin darauf vorbereitet.“
Agenor begann jetzt die ſchmerzliche Erzählung, welche Madame Raguenel anhörte, ohne ihre Verwunderung zu erkennen zu geben, nur der traurige Ausdruck ihres Ge⸗ ſichts trat immer deutlicher hervor.
„Alſo,“ ſprach ſie,„mein Gatte ſelbſt hat Euch an mich abgeſandt, Herr Ritter?“
„So iſt's, Madame,“ antwortete Mauleon.
„Und haben ſeine Feinde die Auslöſungsſumme ſchon feſtgeſetzt?“
„Er ſelbſt hat die Summe auf ſechzigtauſend Gold⸗ thaler beſtimmt.“
„Dies iſt nicht zu viel für einen ſo großen Feld⸗ herrn; aber woher gedenkt er ſte zu nehmen?“
„Er erwartet ſie von Euch, Madame; er hat mir geſagt, daß Ihr hunderttauſend Goldthaler habt, die Meſſtre Bertrand aus dem letzten Feldzuge mitgebracht hat.“
„Es iſt wahr, die Summe betrug allerdings ſo viel, allein ſie iſt ausgegeben.“
Agenor u. die Maurin. 2


