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Es war in der That ein ſtattlicher Cavalier, in dem Sinne, den man unter Ludwig XIII dieſem Worte gab, mit herrlichen Augen, einer geraden Naſe von ſchönem Verhältniß, langen ſchwarzen Haaren und an⸗ muthigem blaſſem Teint.
Der einzige Fehler des ſehr ſchönen Geſichtes war vielleicht eine zu ſtarke Verlängerung des unteren Kinnbackens; doch dieſer Fehler verlor ſich in einem ſchönen ſchwarzen, mit röthlichen Tönen, wie man ſie bei den Bärten von Titian findet, gemiſchten Barte.
Er war übrigens groß, trug den Kopf hoch und war ſichtbar gewandt in ſeinem ganzen Körper.
Indem ich ihn anſchaute, in ſeiner Hand⸗einen ſpitzigen, breitkrämpigen Filzhut erblickte, vom Filzhute zu ſeinem Geſichte zurückkam, vom Geſichte auf die Tournure überging, war ich ganz erſtaunt, daß ich nicht den Korb eines Schwertes aus den ſo zierlichen Falten ſeines Mantels hervorkommen ſah.
„„Was Du auch für ihn thun magſt, er iſt der „„Mann, es Dir dadurch zu erwiedern, daß er Dir „„eines Tages Deine Rollen ſpielt, wie ſie Dir Nie⸗ „„mand ſpielen wird.““
„Teufel!“ murmelte ich,„es iſt wahr, mit dieſem Kopfe und dieſer Tournure kann er es, wenn in dieſem Menſchen ein Körnchen Talent iſt, weit bringen.“
„„Sprich übrigens mit ihm; ſage ihm, er ſoll „„Dir ſein Leben erzählen, und Du wirſt ſehen, daß „„Du es mit einem wahren Künſtler zu thun haſt.
„„Deine ſehr gute Freundin „„Marie Dorval.““


