— Welche Einbildungskraft! antwortete Esperance.
Auf der Kapelle des Kloſters ſchlug es neun Uhr.
— Still! flüſterte Pontis. Ganz ſtill! Neun Uhr iſt ungefähr die Zeit!
Pontis gab dem Verwundeten den Dolch in die Hände und zog die Vorhänge des Bettes zuſammen. Dann ließ er ſich an dem offenen Fenſter auf die Kniee nieder.
Eine herrliche Nacht war angebrochen. Die Fenſter des neuen Hauſes flimmerten in den erſten Strahlen des Mondes. Der Garten, der an das Kloſter grenzte, lag im Dunkeln.
Pontis, der hinter einer mit großblättrigen Blumen gefüllten Vaſe verborgen war, ſteckte nur ſeinen Kopf über die Fenſterbrüſtung hinaus.
Auch Esperance hatte neugierig ſeinen Kopf durch die Falten der Vorhänge geſteckt; den bewaffneten Arm hielt er ausgeſtreckt.
Wie ein Wilddieb auf dem Anſtande ſtreckte Pontis ſeine rechte Hand nach rückwärts und winkte, als ob er Esperance ſagen wollte:
— Still, ich ſehe etwas!
Und wirklich erſchien ein Mann, deſſen lange Beine den Weg an der Mauer durchſchritten; ſein langer Rücken beugte ſich, um weniger von dem Lichte des Himmels getroffen zu werden. Er durchſchritt den Garten und betrat die Orangen⸗Allee, die längs dem Kloſtergebäude
hinlief.
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