— 10—
— Mit heroiſcher Geduld! Nie iſt eine Klage über ſeine Lippen gekommen. 5 4
— Natürlich, weil er ſtumm iſt. Erlauben Sie mir die Bemerkung, daß dieſer Umſtand ſein Dridienſ ein wenig ſchmälert.
— O, wenn er ſich beklagte, würde es der Veuder Sprecher mittheilen.
— Das iſt richtig. Doch, da wir wieder bei dem Bruder Sprecher ſind, fahren Sie fort, ich bitte. Sie wollten mir ſagen, wie Ghrwürden ſeine Gedanken dem Dolmetſcher mittheilt.
— Durch Zeichen mit der Hand und den Fingern, eine Sprache, die ſie unter ſich beſtimmt haben. Oft genügt ſelbſt ein Blick. Das Auge des Priors iſt noch ſehr lebhaft. Bruder Robert— ſo heißt nämlich der Bruder Sprecher— hat einen hellen Blick wie ein Sper⸗ ling. Der Blitz iſt nicht ſo raſch, als der Austauſch, der delikateſten und complicirteſten Gedanken zwiſchen dem Prior und dem Dolmetſcher.
— Wahrhaftig? 72
— Es iſt überraſchend. Wer nicht daran gewöhnt iſt, könnte vor Verwunderung toll werden.
— Sie ſind daran gewöhnt... nicht wahr?
— Ohne Zweifel... ich habe ihn ja oft um Rath gefragt.
— Aber um den erſten Rath von ihm zu erhalten, bedurften Sie doch einer Unterweiſung... wie ſind Sie darauf gekommen, ſich Rath zu erbitten?
3 —
„


