— 2—
zugleichen, aber in der Wirklichkeit, um die Philoſophen zu erfreuen, welche die Religion angriffen.
Der Herzog von Aiguillon bat Ganganelli um Ver⸗ zeihung, und gab ihm die Stadt und Grafſchaft zurück.
Als wir uns an das Haus Oeſterreich angeſchloſſen, hatte England Partei für Friedrich 11. ergriffen. Dieſes Bündniß Englands mit Friedrich II. war der Krieg gegen uns. Der Herzog von Aiguillon entwarf die Grundlagen eines Friedens⸗ und Handelsvertrages, welche alle die freundſchaftlichen Verbindungen wieder anknüpfen ſollten, die während der dreißig Jahre beſtanden hatten, welche dem Utrechter Frieden gefolgt waren.
Seit den berühmten Feldzügen Karls XII., welche das Land an Menſchen und an Geld erſchöpft hatten, hatte Schweden, erſchreckt über dieſe königliche Allmacht, welche ein Volk in ſeinem Gefolge in den Abgrund hinabreißt, Alles gethan, um die Gewalt ſeiner Könige zu unterdrü⸗ cken; es war in Parteien getheilt, welche auf Oeſterreich, auf Dänemark und auf den König von Preußen höoͤrten. Das ſo wirkliche Anſehen Frankreichs in Schweden unter Guſtav Adolph war dem öſterreichiſchen Anſehen gewichen; es war eine ganze verlorene Stellung wieder zu erobern. Guſtav III. hatte das Verlangen, der Vormundſchaft zu entgehen, welche ihm von dem Volke und von dem Adel auferlegt waren; als er nur erſt Erbprinz war, hatte er uͤber dieſen Wunſch an Herrn von Choiſeul geſchrieben, aber Herr von Choiſeul hatte ſich wohl gehütet, den Forderun⸗ gen des jungen Prinzen zu entſprechen; dadurch hätte er Oeſterreich zu directer Weiſe vor den Kopf geſtoßen. Der


