192
„Herr Gouverneur, „Wir, der Vogt der Stadt Paris, ſchicken Ihnen Herrn Billot, um ſich mit Ihnen über die Intereſſen genannter Stadt zu bereden.
14. Juli 1789. Von Fleſſelles.“
„Gut,“ ſagte Billot,„geben Sie.“
„Sie finden dieſen Einlaßſchein gut ſo?“ fragte Marat.
„Allerdings.“
„Warten Sie; der Herr Stadtvogt wird eine Nach⸗ ſchrift beifügen, die ihn noch beſſer machen ſoll.
Und er näherte ſich Herrn von Fleſſeles, der, die Fauſt auf den Tiſch geſtützt, ſtehen geblieben war und mit einer hochmüthigen Miene ſowohl die zwei Männer, mit denen er es hauptſächlich zu thun hatte, als einen dritten halbnackten betrachtete, welcher, auf einen Mus⸗ keton gelehnt, bei der Thüre erſchien.
Dieſer Dritte war Pitou; er war ſeinem Herrn gefolgt und hielt ſich bereit, den Befehlen des Pächters zu gehorchen, welche es auch ſein möͤchten.
„Mein Herr,“ ſagte Marat zu Fleſſelles,„die Nachſchrift, die Sie beifügen werden und die den Ein⸗ laßſchein beſſer machen ſoll, iſt folgende.“
„Sprechen Sie, Herr Marat.“
Marat legte das Papier auf den Tiſch, bezeichnete mit dem Finger den Platz, wohin der Stadtvogt die verlangte Nachſchrift ſetzen ſollte, und ſagte:
„Da der Bürger Billot den Charakter eines Par⸗ lamentärs hat, ſo anvertraue ich ſein Leben Ihrer
Fleſſelles ſchaute Marat wie ein Menſch an, der mehr Luſt hatte, dieſes platte Geſicht mit einem Fauſt⸗ ſchlag zu zermalmen, als zu thun, was es forderte.
„Sollten Sie zögern, mein Herr?“ fragte Marat.
„Nein,“ erwiederte Fleſſelles;„denn im Ganzen verlangen Sie nur etwas Gerechtes von mir.“
w.


