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Ludwig XIV. begann ſeine Regierung damit, daß er zwei Generalpächter auf den Rath von Colbert auf⸗ hängen ließ, wornach er Lavaillière zur Geliebten nahm und Verſailles baute. Lavaillière koſtete ihn nichts.
Doch Verſailles, wo ſie wohnen ſollte, koſtete ihn ſehr viel..
Im Jahr 1685 ſodann jagt man unter dem Vor⸗ wand, ſie ſeien Proteſtanten, eine Million gewerbs⸗ fleißiger Menſchen aus Frankreich.
1707, noch unter dem großen König, ſagt auch Boisguilbert, von 1698 ſprechend:
„Das ging noch in jener Zeit, in jener Zeit war noch Oel in der Lampe. Heute hat in Ermangelung von Stoff Alles ein Ende genommen.
Mein Gott, was wird man achtzig Jahre ſpäter ſagen, wenn die Dubarry, die Polignac über dies Alles hingegangen ſind? Nachdem man das Volk Waſſer hat ſchwitzen laſſen, wird man es Blut ſchwitzen laſſen!
Und dies Alles mit ſo reizenden Formen.
Früher waren die Pächter hart, grob und kalt wie die Thüren der Gefängniſſe, in welche ſie ihre Opfer warfen.
Heute find es Philanthropen. Mit einer Hand plündern ſie allerdings das Volk, doch mit der andern bauen ſie ihm Hoſpitäler.
Einer meiner Freunde, ein großer Finanzmann, hat mich verſichert, von hundert und zwanzig Millionen, welche die Salzſteuer eintrug, haben die Pächter ſiebenzig für ſich behalten.
In einer Verſammlung, wo man die Ausgaben⸗
Etats verlangte, ſagte auch ein Rath, mit dem Wort
ſpielend: „Es ſind nicht die beſonderen Etats, was wir
brauchen, ſondern die General⸗Etats(Reichsſtände).“ Der Funke fiel auf das Pulver, das Pulver ent⸗
zündete ſich und machte einen Brand.
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