160
Hohngelächter, das aus der Tiefe der Straße, das heißt, aus den letzten Reihen der Menge kam, war die Antwort auf dieſe ſchmerzlichen Bitten.
Billot ſtürzte vor, widerſetzte ſich den franzöſiſchen Garden, der Menge, den Schülern ſelbſt, und rief:
„Er hat Recht, das iſt ein ihm anvertrautes heili⸗ ges Gut; die Männer ſollen ſich ſchlagen, ſollen ſich födten laſſen, tauſend Götter! doch die Kinder ſollen leben; man braucht Samen für die Zukunft.“
Ein mißbilligendes Gemurre empfing dieſe Worte.
„Wer murrt hier?“ rief Billot;„ſicherlich iſt es kein Vater. Mir, der ich mit Euch ſpreche, ſind geſtern zwei Menſchen in meinen Armen getödtet worden; ſeht ihr Blut auf meinem Hemd; ſeht!“
Und er deutete auf ſeine geröthete Weſte und ſein blutiges Hemd mit einer Bewegung der Erhabenheit, welche die Verſammlung electriſirte.
„Geſtern,“ fuhr Billot fort,„geſtern habe ich mich
beim Palais⸗Royal und bei den Tuilerien geſchlagen,
und dieſer Knabe hat ſich auch geſchlagen, doch dieſer Knabe hat weder Vater, noch Mutter, und überdies iſt er beinahe ein Mann.“ 8
unb er deutete auf Pitou, der ſich in die Bruſt warf. „Heute,“ fuhr Billot fort,„werde ich mich aber⸗ mals ſchlagen; doch Niemand ſoll ſagen: die Pariſer waren nicht ſtark genug gegen die fremden Soldaten, und ſie haben die Kinder zu Hülfe gerufen.“
„Ja! ja!“ ſchrieen von allen Seiten Stimmen von Weibern und Soldaten.„Er hat Recht. Kinder! geht hinein, geht hinein.“
„Ohl! meinen Dank! meinen Dank! lieber Herr,“ murmelte der Vorſteher, der die Hände von Billot durch das Gitter zu faſſen ſuchte.
„Und unter Allen hüten Sie beſonders Sebaſtian gut,“ ſagte dieſer.
8


