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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Dritte Abteilung], Ange Pitou : 1.-4. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
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Verzeihen Sie, Herr Billot, erwiederte Pitou, deficit iſt ein lateiniſches Wort, welches bedeutet: es fehlt. Was fehlt denn?

Das Geld, tauſend Götter! und weil das Geld fehlt, und weil die Günſtlinge dieſes Geld, das fehlt, verzehrt haben, nennt man die Königin Madame Deficit. Nicht

der König alſo iſt erzürnt, ſondern die Königin. Der

König iſt ärgerlich, ärgerlich, weil Alles ſo ſchlecht geht. Ich begreife, ſagte Pitou,doch die Caſſette? Das iſt wahr, Piton; dieſe verteufelte Politik

reißt mich immer weiter fort, als ich gehen will; ja

die Caſſette vor Allem. Du haſt Recht, Pitou; wenn ich den Doctor Gilbert geſehen habe, nun, dann wer⸗ den wir zur Politik zuruͤckkehren. Das iſt eine heilige Pflicht.

Es gibt nichts Heiligeres, als die heiligen Pflich⸗ ten, ſprach Pitou.

Laß uns alſo in das College Louis⸗le⸗Grand gehen, wo ſich Sebaſtian Gilbert befindet, ſagte Billot.

Gehen wir, erwiederte Pitou ſeufzend, denn er mußte ein weiches Raſenbett verlaſſen, an das er ſich gewöhnt hatte. Ueberdies ſtieg, trotz der übermäßigen Aufregung des Abends, der Schlaf, der beſtändige Gaſt reiner Gewiſſen und geräderter Lenden, mit all ſeinem Mohn auf den tugendhaften und auf den geräderten Piton berab.

Billot war ſchon aufgeſtanden und Piton erhob ſich, als es halb zwölf Uhr ſchlug.

Doch um halb zwölf Uhr wird das College Louis⸗

le⸗Grand geſchloſſen ſein, wie mir ſcheint, ſagte Billot.

Ohl ganz gewiß, erwiederte Piton.

Dann kann man bei Nacht in einen Hinterhalt gerathen; mir ſcheint, ich ſehe Bivouaefeuer in der Nähe des Juſtizpalaſtes; man wird mich verhaften oder man wird mich tödten; Du haſt Recht, Pitou, naß darf mich nicht verhaften, man darf mich nicht ödten.