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Es ereignete ſich in der Finſterniß eine gräßliche Scene. Dieſenigen, welche man angriff, wurden wahn⸗ ſinnig vor Schmerz, diejenigen, welche angriffen, wahn⸗ ſinnig vor Zorn.
Da organiſirte man eine Art von Vertheidigung von den Terraſſen herab. Die Stühle flogen auf die Dragoner. An den Kopf getroffen, erwiederte der Prinz von Lambesg den Streich durch einen Säbelhieb, ohne zu bedenken, daß er einen Unſchuldigen ſchlug, ſtatt einen Schuldigen zu beſtrafen, und ein ſiebzigjähriger Greis ſank zu Boden.
Billot ſah den Mann fallen und ſtieß einen Schrei aus.
In der Sekunde war ſeine Büchſe an ſeiner Schul⸗ ter, ein Feuerſtreif durchzuckte die Finſterniß, und der Prinz wäre todt geweſen, hätte ſich nicht in dieſem Augenblick aus Zufall ſein Pferd gebäumt.
Das Pferd erhielt die Kugel in den Hals und ſtürzte nieder.
Man hielt den Prinzen für getödtet. Da ſprengten die Dragoner in die Tuilerien und verfolgten die Flüch⸗ tigen mit Piſtolenſchüſſen.
Doch die Flüchtigen hatten nun einen großen Raum, ſie zerſtreuten ſich unter den Bäumen.
Billot lud wieder ruhig ſeine Buchſe.
„Bei meiner Treue, Du hatteſt Recht, Pitou,„ich glaube, wir ſind zu guter Zeit angekommen.“
„Wenn ich tapfer würde,“ verſetzte Piton, ſeinen Musketon in das Dickſte der Dragoner abfeuernd;„mir ſcheint, das iſt nicht ſo ſchwer.“„
„Ja,“ erwiederte Billot,„doch die unnütze Tapfer⸗ keit iſt keine Tapferkeit. Komm hieher, Pitou, und nimm Dich in Acht, daß Du Dir die Beine nicht in Deinem Säbel verwickelſt.“
„Warten Sie auf mich, lieber Herr Billot. Wenn ich Sie verlöre, wüßte ich nicht, wohin ich gehen
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