Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Dritte Abteilung], Ange Pitou : 1.-4. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
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er war, bis zum Gitter nur noch ungefähr dreißig Schritte zu machen hatte.

Ich werde gehen! ſagte er mit der Kürze eines Pythagoräers.

Die Arbeit wurde indeſſen Piton um ſo leichter, als fünf bis ſechs Männer von den Stärkſten am Tra⸗ gen der Laſt Theil nahmen.

In fünf Minuten war man vor dem Gitter.

Auf! ſagte Billot,Alle zugleich.

Gut, ſprach Pitou,ich verſtehe, wir haben eine Kriegsmaſchine gemacht. Die Römer nannten das einen Sturmbock.

Sogleich in Bewegung geſetzt, zerſchmetterte der Baͤlken mit einem furchtbaren Stoß das Schloß des

itters.

Die Soldaten, welche im Innern der Tuilerien die Wache bezogen, liefen herbei, um ſich dem Einfall zu widerſetzen. Doch beim dritten Stoß gab die Thüre nach, drehte ſich ungeſtüm auf ihren Angeln, und die Menge ſtürzte in den gähnenden, düſteren Schlund.

Aus der hiebei ſtattfindenden Bewegung erſah der Prinz von Lambesg, daß ein Ausgang fur diejenigen geöffnet war, welche er für ſeine Gefangenen hielt. Der Zorn bemächtigte ſich ſeiner. Er ließ ſein Pferd einen furchtbaren Sprung vorwärts machen, um die Lage beſſer beurtheilen zu können. Die hinter ihm aufgeſtellten Dragoner glaubten, es ſei ihnen Befehl zum Angriff gegeben, und folgten ihm. Schon erhitzt, konnten die Pferde ihren Lauf nicht mäßigen; die Männer, welche eine Genugthuung für ihre Niederlage auf dem Platze des Palais⸗Royal zu nehmen hatten, verſuchten es wahrſcheinlich nicht, ſie zurückzuhalten.

Der Prinz, als er ſah, daß es ihm unmöglich war, die Bewegung zu mäßigen, ließ ſich fortreißen, und ein von den Weibern und Kindern ausgeſtoßenes herzzerreißendes Geſchrei ſtieg zum Himmel auf, um Rache von Gott zu verlangen. 5