Qu8u A— R*—
5
geſchloſſene Thüre öffnete, ſtellte ſich in der That lachend und heiter auf der entgegengeſetzten Seite dar. Auf der entgegengeſetzten Seite fand ſich nämlich ein Garten, über deſſen Mauern man die Gipfel der Kirſchbäume, der Apfelbäume, der Pflaumenbäume emporragten, während auf jeder Seite einer kleinen Thüre, welche Ausgang nach dem Platze und Eingang in den Garten gewährie, zweihundertjährige Acacien ſich erhoben, die im Frühjahr ihre Arme über die Mauer auszuſtrecken ſchienen, um im ganzen Umfang ihres Blätterwerks den Boden mit ihren wohlriechenden Blüthen zu be⸗ ſtreuen.
Dieſes Haus war das vom Kaplan des Schloſſes, welcher, während er zugleich den Gottesdienſt in der herrſchaftlichen Kirche verſah, wo man, trotz der Ab⸗ weſenheit des Gebieters, alle Sonntage Meſſe las, auch eine kleine Penſion hielt, mit der durch eine beſondere Gunſt zwei Stipendien, eines für das College du Pleſſis, das andere für das Seminar von Soiſſons, verbunden waren. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Familie Orleans die Koſten dieſer zwei Stipendien trug, von denen das des Seminars vom Sohn des Regenten, das des College vom Vater des Prinzen geſtiftet worden war, und daß dieſe zwei Stipendien den Gegenſtand der Ehrbegierde der Eltern und die Verzweiflung der Zöglinge bildeten, für welche ſie eine Quelle außer⸗ ordentlicher Compoſttionen waren, die an den Donners⸗ tagen jeder Woche ſtattfanden.
An einem Donnerstag des Juli 1789 nun, an einem ziemlich verdrießlichen Tag, verdüſtert, wie er war, von einem Sturm, der von Weſten nach Oſten lief und unter deſſen Wind die herrlichen, von uns erwähnten zwei Acacien, ſchon die Jungfräulichkeit ihres Früh⸗ lingsgewandes verlierend, einige durch die erſte Hitze des Sommers gelb gewordene kleine Blätter fallen ließen, nach einem langen Stillſchweigen, das nur durch das Kniſtern der Blätter, die auf dem geſchlagenen


