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„Herr von Charny,“ rief die Königin, indem ſie erbleichend auf den jungen Mann zuſchritt,„entfernen Sie ſich nicht von hier, ſo werde ich Sie durch meine Wachen wegjagen laſſen.“
„Ich will Ihnen alſo, ehe ich weggejagt werde, ſagen, warum Sie eine unwürdige Königin und eine
Frau ohne Ehre find,“ rief Charny trunken vor Wuth.
„Seit drei Nächten folge ich Ihnen in Ihrem Parke!“
Statt ſie, wie er es hoffte, unter dieſem furcht⸗ baren Schlage aufſpringen zu ſehen, ſah Charny nur, daß die Königin das Haupt erhob und ſich ihm näherte.
„Herr von Charny,“ ſagte ſie, ſeine Hand ergrei⸗ fend,„Sie ſind in einem Zuſtand, der mein Mitleid erregt; nehmen Sie ſich in Acht, Ihre Augen funkeln, Ihre Hand zittert, Bläſſe bedeckt ihre Wangen, all ihr
Blut fließt nach Ihrem Herzen.„Sie leiden, ſoll ich
rufen?“
„Ich habe Sie geſehen,“ wiederholte er kalt,„ge⸗ ſehen mit dem Mann, als Sie ihm die Roſe gaben; geſehen mit dem Mann, als er Ihnen die Hände küßte; geſehen, als ſie mit ihm in die Apollo⸗Bäder ein⸗ traten.“
Die Königin fuhr mit einer Hand über ihre
Stirne, als wollte ſie ſich verſichern, daß ſie nicht
ſchlafe.. „Herr von Charny,“ ſprach ſie,„ſetzen Sie ſich,
denn Sie werden umfallen, wenn ich Sie nicht halte,
eben geſagt haben.“
ſetzen Sie ſich, ſage ich Ihnen.“. Charny ſank in der That in einen Lehnſtuhl, die Königin ſetzte ſich zu ihm auf ein Tabouret, nahm ſeine beiden Hände, ſchaute ihm bis in den Grund ſeiner Seele und ſprach:. „Seien Sie ruhig, beſchwichtigen Sie den Geiſt und das Herz und wiederholen Sie mir, was Sie ſo
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