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und darüber wüthend war, daß er von dem falſchen Jacob bethört worden, ſo war er es auch, der das einſt don Neidiſchen binter dem Maulbeerfeigenbaum er⸗ richtete Obſervatorium zerſtörte, denn im Aufſtreich verkauft, war das Gehäge von Bortel nun den Beeten von Cornelius angeſchloſſen, der ſich ſo arrondirte, daß er allen Fernrohren von Dortrecht Trotz bieten onnte.
Immer mehr an Schönheit zunehmend, nahm Roſa auch immer mehr an Wiſſen zu, und nachdem ſie zwei Jahre verheirathet, konnte ſie ſo gut leſen und ſchreiben, daß ſie allein die Erziehung von zwei ſchönen Kindern zu leiten vermochte, die ihr im Monat Mai 1674 und 1675 wie Tulpen gewachſen waren, und ihr viel weniger Leid bereitet hatten, als die berühmte Blume, der ſie ihren Beſitz verdankte.
Es verſteht ſich von ſelbſt, daß, da das eine ein Knabe und das andere ein Mädchen war, das erſte den Namen Cornelius, das zweite den Namen Roſa erhielt.
Tornelius blieb Roſa treu wie ſeinen Tulpen; ſein ganzes Leben hindurch beſchäftigte er ſich mit dem Glück ſeiner Frau und der Cultur der Blumen, durch welche Cultur er eine große Anzahl Varietäten fand, die im holländiſchen Katalog eingetragen find.
Die zwei Hauptzierrathen ſeines Salon waren, in großen goldenen Rahmen, die zwei Blätter aus der Bibel von Cornelius de Witt; auf das eine hatte ihm, wie man ſich erinnert, ſein Pathe geſchrieben, er möge die Correſpondenz des Marquis von Louvois ver⸗ brennen. 4
Auf dem andern hatte er Roſa die Brutzwiebel der ſchwarzen Tulpe unter der Bedingung vermacht, daß ſie mit ihrer Mitgift von hunderttauſend Gulden einen hübſchen Jungen von ſechsundzwanzig bis achtundzwanzig Jahren heirathe, der ſie liebe und den ſie liebe.
Eine Bedingung, welche gewiſſenhaſt Prfüll worden


