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Cromwell in meinen Augen ſo wichtig, wie einen Bot⸗ ſchafter. Laßt hören, ich wiederhole es, was kann ich für Euch thun?“ 1
Mordaunt überlegte einen Augenblick. Nach einem ſichtbaren Zögern war er im Begriff, den Mund zu öffnen, um zu ſprechen, als Bernouin haſtig eintrat, ſich an das Ohr des Cardinals neigte und ihm zuflüſterte:
„Monſeigneur, die Königin Henriette erſcheint ſo eben in Begleitung eines engliſchen Edelmanns im Palais⸗Royal.“
Mazarin machte auf ſeinem Stuhle eine heſtige Bewegung, welche dem jungen Manne nicht entging und die vertrauliche Eröffnung zurückdrängte, die er ohne Zweifel machen wollte.
„Mein Herr,“ ſagte der Cardinal,„nicht wahr, Ihr habt gehört? Ich beſtimme Euch Boulogne, weil ich denke, es wird Euch jede Stadt von Frankreich gleichgültig ſein. Ziehet Ihr eine andere vor, ſo nennt dieſelbe; aber Ihr begreift leicht, daß ich, umgeben von Einflüſſen, denen ich nur durch Discretion ent⸗ gehe, wünſchen muß, daß Eure Anweſenheit in Paris unbekannt bleibe.“
„Ich werde abreiſen, Monſeigneur,“ ſprach Mor⸗ daunt und machte einige Schrikte nach der Thüre, durch die er eingetreten war.„
„Ich bitte Euch, nicht hier durch,“ rief der Car⸗ dinal lebhaft;„wollt durch dieſe Gallerie gehen, von wo aus Ihr das Veſtibule erreicht. Man ſoll Euch nicht ſehen; unſere Zuſammenkunft muß geheim bleiben.“
Mordaunt folgte Bernouin, der ihn in einen an⸗ ſtoßenden Saal treten ließ, wo er ihn einem Huiſſier, demſelben eine Ausgangsthüre bezeichnend, übergab.
Dann kehrte er eilig zu ſeinem Herrn zurück, um die Königin Henriette einzuführen, welche bereits durch die Glasgallerie herbeikam.


