Teil eines Werkes 
Zwanzig Jahre nachher : Fortsetzung der Drei Musketiere : 4.-6. Bändchen (1845) Vingt ans après
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bereits, daß ich des Adels verluſtig war und daß mich der König Karl I. aller meiner Güter beraubt hatte.

Ah, ich begreife jetzt, warum Ihr Herrn Crom⸗ well dient. Ihr haßt den König?

Ja, Monſeigneur, ich haſſe ihn, antwortete der junge Mann.

Mazarin gewahrte mit Erſtaunen den teufliſchen Ausdruck, mit dem der junge Mann dieſe Worte ſprach; während ſich die gewöhnlichen Geſichter mit Blut fär⸗ ben, färbte ſich ſein Geſicht mit Galle und wurde lei⸗ chenblaß.

Eure Geſchichte iſt furchtbar, Herr Mordaunt, und rührt mich im höchſten Maße; aber zu Eurem Glücke dient Ihr einem allmächtigen Herrn; er muß Euch in Euren Nachforſchungen unterſtützen.

Monſeigneur, einem guten Racehunde muß man nur das eine Ende einer Fährte zeigen, damit er ſicher zu dem andern gelangt.

Aber der Verwandte, deſſen Ihr erwähnt habt, wollt Ihr, daß ich mit ihm ſpreche? fragte Mazarin, dem daran lag, ſich einen Freund bei Cromwell zu machen. 5

Ich danke, Monſeigneur, ich werde ſelbſt mit ihm ſprechen.

Sagtet Ihr mir nicht, er habe Euch mißhandelt?

Das erſte Mal, wo ich ihn nun ſehe, wird er mich beſſer behandeln.

Ihr habt alſo ein Mittel, ihn zu erweichen?

Ich habe ein Mittel, mich gefürchtet zu machen.

Mazarin ſchaute den jungen Mann an, aber bei dem Blitze, der aus ſeinen Augen zuckte, ſenkte er den Kopf und öffnete, verlegen, dieſes Geſpräch fortzuſetzen, den Brief von Cromwell.

Allmälig wurden die Augen des jungen Mannes wieder matt, glaſig, wie gewöhnlich, und er verſank

in eine tiefe Träumerei. Nachdem Mazarin die erſten

Zeilen geleſen hatte, wagte er es, verſtohlen zu ſchauen,

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