Schweiß auf der Stirne und gerädert, als ob er wirklich einen Sturz durch die Luft gemacht hätte.
Dann entſchlummerte er abermals, um auf's Neue in einem Irrſale von Träumen umherzuſchweifen, von denen der eine immer unſinniger war, als der andere. Kaum waren ſeine Augen gefchloſſen, als ſein Geiſt, nach einem Ziele hingezogen, nach ſeiner Flucht, dieſe Flucht wieder zu verſuchen anfing. Dann geſtaltete ſich etwas Anderes: man hatte einen unterirdiſchen Gang gefunden, der aus Vincennes hinausführen ſollte; er drang in dieſen Gang ein und Grimaud marſchirte, eine Laterne in der Hand, vor ihm her, aber allmälig verengte ſich der Gang
und dennoch ſetzte der Herzog ſeinen Weg fort. Endlich
wurde das unterirdiſche Gewoͤlbe ſo eng, daß der Flücht⸗ ling vergebens weiter zu gehen ſuchte; die Wände ſchloſſen ſich an einander an und preßten ſich, er machte unerhörte Anſtrengungen, um vorzurücken, es war unmöglich; dabei ſah er jedoch in der Ferne, ſeine Laterne in der Hand, Grimaud vor ſich, der immer vorwärts marſchirte; er wollte ihm rufen, daß er ihm aus dieſem Engpaß, der ihn erſtickte, ſich hervorarbeiten helfe, aber er war nicht im Stande, ein Wort auszuſprechen. Dann vernahm er am andern Ende, an dem, wo er hereingekommen war, die Tritte derjenigen, welche ihn verfolgten; dieſe Tritte kamen immer näher, er war entdeckt, er hatte keine Hoffnung, zu entfliehen. Die Mauer ſchien mit ſeinen Feinden einver⸗ ſtanden zu ſein; ſie preßte ihn um ſo mehr, je mehr er der Flucht bedurfte; endlich hörte er die Stimme von La Ramée; er hörte ihn, er ſah ihn. La Ramée ſtreckte die Hand aus und legte ihm, in ein ſchallendes Gelächter ausbrechend, die Hand auf die Schulter; er war wieder gefangen und wurde in das niedere gewölbte Zimmer ge⸗ geführt, in welchem der Marſchall Ornano, Puylaurens und ſein Oheim geſtorben waren; ihre drei Gräber ragten über den Boden empor, ein viertes Grab war geöffnet und ſchien nur einen Leichnam zu erwarten.


