I.
Während Canolles am andern Tage ſeine Morgen⸗ runde machte, näherte ſich ihm Vibrac und übergab ihm ein Billet nebſt einem Schlüſſel; Beides hatte in der Nacht ein Unbekannter gebracht und dem Lieutenant von der Wache mit der Bemerkung, es bedürfe keiner Antwort, eingehändigt.
Canolles bebte, als er die Handſchrift von Frau von Cambes erkannte, und vermochte nur zitternd das Billet zu öffnen.
Es enthielt folgende Worte:
„In meinem letzten Schreiben benachrichtigte ich Euch, daß das Fort Saint⸗George in der Nacht angegriffen werden würde; in dieſem ſage ich Euch, daß das Fort Saint⸗George morgen genommen ſein wird; als Mann, als Soldat des Königs ſeid Ihr keiner andern Gefahr
preisgegeben, als der, Gefangener zu werden; Fräulein
von Lartigues aber befindet ſich in einer ganz andern Lage; der Haß, den man gegen ſie hegt, iſt ſo groß, daß ich nicht für ihr Leben ſtehen würde, wenn ſie in die Hände der Bordeleſen fiele. Beſtimmt ſie, zu fliehen, ich gebe Euch die Mittel dazu.
„Oben an Eurem Bette, hinter einer Tapete mit dem


