Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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des fünften dieſes ſo lang erwartete Läuten hören, welches Cäcilie ſo gut kannte. Cäcilie eilte an die Thüre. Es war ein Brief von Heinrich.

Wir wollen dieſen neuen Brief unſern Leſern vor Augen legen.

„Geliebte Cäcilie!

„Zuerſt und vor allem Andern, unſer Glück iſt daſſelbe. Ich bin in Guadeloupe nach einer ziemlich langen Ueberfahrt angekommen; nicht Stürme, ſondern Windſtille haben ſie verzögert. Ich habe meinen On⸗ kel, welches der beſte und trefflichſte Menſch der Welt iſt, gefunden; er fühlt ſich ſehr glücklich, mich in ſei⸗ nem Regimente, wie er ſich ausdrückt, engagirt zu ſehen, und er hat mir auf der Stelle erklärt, daß ich mich als ſeinen Erben betrachten könne.

4„Im Vorübergehen will ich Ihnen ſagen, theure Cäcilie, daß mein Onkel ungeheuer reich iſt.

„Wie nun auch jede Sache ihre ſchlimme Seite hat, ſo hat der gute Mann, obgleich er mich von einer ſo heißen Liebe ergriffen ſah, mir erklärt, daß er mich unter keinem Vorwande vor zwei Monaten abreiſen laſſen würde. Ich habe Anfangs große Luſt gehabt, ihm zu erklären, daß ich um dieſen Preis auf die Erbſchaft verzichte; allein, meine Liebe, ich überlegte, daß dieſe zwei Monate beinahe erforderlich ſeien, um meine kleine Beilaſt zu verkaufen, und dann hat mich der Capitän der ſchönen Anna verfichert, daß er ſo viel Zeit bedürfe, um eine neue Ladung einzunehmen, und ſo mußte ich mich fügen. So bin ich alſo an Pointre à Pitre gefeſſelt, für wenigſtens zwei Monate lang. Glücklicher Weiſe geht morgen in der Frühe ein Fahrzeug ab, und bringt Ihnen dieſe Nachrichten von Ihrem armen Verbannten, der Sie, Cäcilie, mehr Uiebt, als irgend das Wort eines Sterblichen zu ſa⸗ gen, mehr, als es ein Gedanke der Welt auszuſprechen vermag.

„Ich habe meinem Onkel Alles geſagt, Alles er⸗