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mich. Ah! Entſchuldigen Sie, mein Portrait! Haben Sie die Güte, es mir zurückzugeben.“
„Sie denken alſo noch daran?“ ſagte Fernande mit einer bezaubernden Koketterie.
„Immer,“ ſagte der Prinz, indem er ein Ta⸗ bouret neben den Sopha ſtellte.
„Cornelie,“ bemerkte Fernande,„ſo lange ſeine kaiſerliche Hoheit bei mir ſein wird, bin ich für Nie⸗ mand zu ſprechen.“
Cornelie machte große Augen, ſie hatte bis jetzt
zu ihrer Gebieterin viele Prinzen kommen ſehen; aber
unter dieſen Prinzen gab es wenige, die man mit dem pompöſen Titel„Hoheit,“ am allerwenigſten aber mit dem„kaiſerliche Hoheit“ bezeichnete.
Madamoiſelf Cornelie trat ab, ohne ein Wort zu entgegnen.
„Und ſeit wann ſind Sie in Paris, mein theurer Eugene? Ah, verzeihen Sie, gnädigſter Herr, ich ſpreche immer zu Ihnen, wie wenn Sie noch ein ein⸗ facher Oberſt der Conſular⸗Garde wären.“
„Und Sie thun wohl daran, meine ſchöne Fer⸗ nande. Sie fragen, ſeit wann ich angekommen bin? Seit geſtern, und mein erſter Beſuch gilt Ihnen, Un⸗ dankbare!“
„Wie ſo? Sie ſind hieher gekommen.. 2“
„Nein, ich würde Sie nicht aufgeſucht haben, als bis Sie geſpielt hätten.“
„Ah, das iſt wahr?“
„Ich war im Francais.“
„In der Loge des Kaiſers? Ich habe Sie dort nicht geſehen.“
„Weil Sie nicht hingeſehen haben, Ungetreue!
war nicht dort, aber Poniatowsky war da.“
„Ich habe ihn wahrhaftig dort nicht ge⸗ ſehen.“
„O, dreifache Lügnerin;“ rief der Prinz.„Nein, Madame, ich war incognito in einer Baignoire.“
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